Deine mentalen Muskeln

6 Werkzeuge für klares Denken, mit denen Du Quantensprünge in Deiner persönlichen Entwicklung machen kannst

Ich habe vor Kurzem eine Gruppe von fortgeschrittenen Psychologie-Studenten gefragt, was denn eigentlich unsere intellektuellen Fertigkeiten sind. Ich nenne sie die sechs Werkzeuge des klaren Denkens. Niemand von dieser Gruppe konnte mir eine vollständige Antwort auf diese Frage geben. 

Ich möchte Dir heute die 6 Werkzeuge des klaren Denkens vorstellen. Die 6 Werkzeuge sind:


  • Wahrnehmung
  • Wille
  • Imagination
  • Gedächtnis
  • Vernunft
  • Intuition

 

Alle diese Werkzeuge sind mentale Muskeln, denn je mehr wir diese Muskeln trainieren, desto stärker werden sie. Und das sollten wir auch tun. So bekommst Du die Kontrolle über Deinen emotionalen Verstand. Das ist genau, was Viktor Frankl geholfen hat. Viktor Frankl war ein Psychologe, der das Konzentrationslager Auschwitz überlebt hat und danach Bücher zu schreiben. Er hat begonnen zu verzeihen und jede Bitterkeit hinter sich zu lassen. Er hat sein Leben in den Dienst der Menschheit gestellt und neu begonnen. Das konnte er dadurch, dass er die sechs Werkzeuge des klaren Denkens für sich eingesetzt hat. 

Dein mentaler Muskel der Wahrnehmung

Wahrnehmung ist eine magische Fähigkeit. Es ist nämlich Deine Fähigkeit, etwas anders zu sehen als es nach den äußeren Umständen zu sein scheint. Dinge anders zu sehen als Deine Sinne Dir sagen, dass Du sie siehst. Wahrnehmung ist unsere Perspektive, unser Blickwinkel und die Art, wie wir uns die Welt erklären. Mein spiritueller Mentor Wayne Dyer hat oft gesagt: “Wenn wir anfangen, die Art und Weise zu verändern, mit der wir die Dinge betrachten, dann fangen die Dinge, die wir betrachten an, sich zu verändern.” Diese Aussage ist so mächtig. Es ist im Übrigen auch, was Viktor Frankl gemacht hat. Statt sich auf die Grausamkeit und Sinnlosigkeit zu fokussieren, hat er seine Wahrnehmung dafür geschärft, in all dem, was er dort erlebt hat, einen tieferen, verborgeneren Sinn wahrzunehmen. Viktor Frankl hat später die sog. Logotherapie entwickelt, wo er sagt Menschen, die Schreckliches erlebt haben, können dann heilen, wenn sie in dem, was sie erlebt haben, einen Sinn finden können. Sobald eine Information durch unsere Sinne aufgenommen wird, ist diese Information an sich erst einmal neutral. Das Gesetz der Relativität besagt, dass alles neutral ist. Nichts ist groß oder klein, gut oder schlecht bis wir es mit etwas Anderem vergleichen. Wir müssen wissen, dass der Prozess des Vergleichens nicht in unseren Sinnen stattfindet, sondern in unserem Geist. Das ist eine wirklich gute Nachricht, denn Aldous Huxley hat gesagt: “Es gibt nur einen einzigen Fleck im gesamten Universum, den wir mit Sicherheit verbessern können und das ist unser Geist.” Unser Geist ist das Einzige, worüber wir Kontrolle haben. Mit unserem Geist entscheiden wir selber, wie wir Dinge wahrnehmen und wie wichtig sie uns sind. Diese Wahrnehmung so zu entwickeln, dass Du in Zukunft in der Lage bist, den Sinn von etwas wahrzunehmen, wird Dich meilenweit voranbringen. 

Dein mentaler Muskel der Imagination

Der nächste mentale Muskel ist Deine Imagination. Sie ist etwas Ehrfurcht gebietendes. Sie ist das, wovon Albert Einstein gesagt hat: “Die Imagination ist sehr viel mächtiger als Wissen.” Imagination ist die Fähigkeit, die Eindrücke, die in uns hineinströmen zu ignorieren und andere Bilder vor unserem inneren Auge zu produzieren. Das machen wir alle. Wie oft saßen wir in der Schule, haben uns gelangweilt und dann statt aufzupassen haben wir uns die fantastischsten Dinge vorgestellt. Ehrlich gesagt mache ich das heute noch. Genau diesen mentalen Muskel der Imagination hat eben auch ein Viktor Frankl eingesetzt als er sich vorstellte, wie er in Wien in einem großen, schönen Vortragssaal steht und im Begriff ist, vor einer interessierten Zuhörerschaft einen Vortrag zu halten unter dem Titel “Psychotherapeutische Erfahrungen im Konzentrationslager”. Das war sein Überlebensmechanismus. Indem wir unsere Vorstellungskraft entwickeln, können wir uns die Gedanken, die wir denken, selber aussuchen und zwar unabhängig von den äußeren Umständen. Imagination ist im Grunde genommen das Zaubermittel, das Dich völlig unabhängig von der scheinbaren Realität macht. Denn das Problem ist, wir schauen uns mit unseren äußeren Sinnen die Realität an und dann denken wir, diese Realität wäre das Einzige, das wir in der Lage sind zu fabrizieren. Was passiert dann? Wir reproduzieren immer und immer wieder unsere Realität neu, weil wir anstatt unsere Imagination einzusetzen, das im Außen für unser wirkliches Potenzial zu halten. Deine Imagination hilft Dir trotz eventuell widriger Umstände, Dir die Realität auszumalen, die Du tatsächlich erschaffen möchtest. Sie hilft Dir die Welt, wie Pippi Langstrumpf sagt, so zu machen wie sie Dir gefällt. Eine Welt, in der Du Deinem Sinn des Lebens nachgehst, in der Du glücklich bist. Unsere Imagination ist der Schlüssel dafür, um uns nicht länger von äußeren Umständen gefangen halten zu lassen.

Dein mentaler Muskel des Willens

Hast Du ein paar schlechte Angewohnheiten? Ich auf jeden Fall. Diese schlechten Angewohnheiten sind nicht förderlich für uns und trotzdem tun wir sie. Sobald sich unser Verhalten an etwas gewöhnt hat, tun wir Dinge unkontrolliert.

 Oftmals sogar so, dass wir gar nicht merken, dass wir in unserem Verhalten durch unsere Gewohnheiten manipuliert werden. Sobald wir diese schlechte Angewohnheit haben, reicht die Kraft des Willens nicht mehr aus, um uns diese Gewohnheit abzugewöhnen. Hast Du an Silvester schon einmal einen neuen Vorsatz gefasst? Bestimmst oder? Ist es Dir gelungen, diesen guten Vorsatz auch einzuhalten? Die meisten Vorsätzen werden nicht umgesetzt. Warum? Ist unser Wille etwa nicht stark genug? Ich habe einmal meinen Mentor Bob Proctor gefragt: “Warum kann ich mit meinem Willen nicht das beeinflussen, was ich tue?” Bob meinte ganz cool: “Ich nehme an Du hast einen starken Willen, Alexander?” Ich sagte: “Ja, das habe ich.” Und er fuhr fort: “Dann setze Dich jetzt da drüben hin und zwinge Dich dazu zu schwitzen.” Ich habe ihn ziemlich perplex angeschaut und meinte, das könne ich nicht tun. Bob blieb hart und meinte, das müsse doch gehen, aber ich sagte ihm, ich könne mich nicht dazu zwingen. “Warum nicht?”, fragte Bob und wollte eine Antwort hören. “Naja”, fing ich an, “weil das automatisch geht.” “Aber irgendetwas muss es doch steuern!” Es gab eine lange Pause dann sagte er: “Weißt du, warum die meisten Menschen sich nicht dazu zwingen können zu schwitzen? Weil der Wille eine Fähigkeit des Bewusstseins ist, aber das Schwitzen ist eine Funktion, die vom Unterbewusstsein gesteuert wird. Das Gesetz des umgekehrten Effekts besagt, dass je mehr Du versuchst, Deinen bewussten Geist für etwas einzusetzen und zu kontrollieren, was von Unterbewusstsein gesteuert ist, desto schwieriger wird es.” Wir alle haben diese Erfahrung bestimmt schon einmal gemacht. Du hattest es bestimmt schon einmal, dass Dir der Name von jemandem nicht eingefallen ist und je mehr Du Dich dazu zwingen willst, dass Dir der Name wieder einfällt, desto peinlicher wird die Situation und desto weiter weg erscheint Dir die Antwort. So paradox es klingen mag, Du musst Dein bewusstes Denken aus dem Weg räumen, damit Dein unterbewusster Geist seine Arbeit in Ruhe verrichten kann. Du musst dem Unterbewusstsein Platz machen. Das ist das, was ein gutes Coaching macht. Mit unserem Willen allein können wir schlechte Gewohnheiten nicht ändern. Das solltest Du wissen, wenn Du das nächste Mal nachts vor dem weit geöffneten Kühlschrank stehst und nicht weißt, wie Du dahin gekommen bist.

Dein mentaler Muskel des Verstandes

Wir bestehen aus bewusstem Geist, unterbewusstem Geist und Körper. Den bewussten Geist nennen wir Verstand oder auch Intellekt. Es ist die Fähigkeit, Ideen und Gedanken bewusst anzunehmen oder zurückzuweisen. Dein Verstand ist der Schlüssel zu Deiner Wahlfreiheit. Niemand kann Dich dazu zwingen, an etwas zu denken, an das Du gar nicht denken willst. Es ist wie die Quintessenz aus Viktor Frankls Erfahrung: “Sie konnten ihnen wirklich alles nehmen, was sie besaßen. Sie hatten Macht über ihren Körper, aber die Freiheit ihre Gedanken selber wählen zu könne, konnten sie ihnen nicht nehmen.” Das ist ein sehr, sehr mächtiges Konzept. Es ist eine teuer erworbene Erfahrung, die mich immer wieder demütig macht und mich daran erinnert, dass ich wirklich die Macht habe, meine Gedanken selbst zu bestimmen. Wenn ich mich z.B. in einer Situation befinde, in der mir zu Jammern zumute ist, erinnere ich mich daran, dass ich selber die Wahl habe, frei zu sein. Es wurde uns ganz bewusst die Fähigkeit gegeben, jederzeit in der Lage zu sein, frei zu entscheiden, was wir denken. Die Macht des Verstandes ist es, die uns diese Freiheit gibt.

Dein mentaler Muskel des Gedächtnisses

Viele Menschen sagen von sich, sie hätten ein schlechtes Gedächtnis. Aber wie bei allen mentalen Muskeln ist das etwas, das man trainieren kann. Es gibt kein schlechtes Gedächtnis. Es gibt nur ein wenig trainiertes Gedächtnis. Es gibt viele gute Bücher wie man sein Gedächtnis gut zu trainieren. Ich möchte heute auf etwas anderes hinaus. Viele Menschen haben es sich zur Angewohnheit gemacht, das unbewusste Gedächtnis dafür einzusetzen, sich an all die Dinge aus der Vergangenheit zu erinnern, die nicht so gut gelaufen sind. Die meisten Menschen nutzen ihr wundervolles Gedächtnis, um sich minutiös an alles Negative aus ihrer Vergangenheit zu erinnern. Es ist doch genauso viel Aufwand, wenn Du Dich an das Gute erinnerst. Warum tun wir das denn nicht? Das liegt daran, dass Du als Kind wie ein Hündchen darauf konditioniert worden bist, Dich nur auf das Negative zu konzentrieren und Dich an Deine Fehler zu erinnern. Wenn Du Dein Leben verändern willst, ist das nicht hilfreich. Du solltest Dich darauf konditionieren, Dich in Zukunft an alles Positive zu erinnern, denn dann wird Dein Gedächtnis zu einer sehr wertvollen Ressource. Angenommen Du bist in einer Situation, in der Du etwas Neues wagen willst. Der Durchschnittsmensch ist darauf konditioniert, sich auf alle Dinge zu konzentrieren, die in der Vergangenheit schlecht liefen. Das führt dann dazu, dass das Risiko gescheut wird. Erinnere Dich an eine Situation in der Vergangenheit, in der Du etwas Neues gewagt hast und Erfolg damit hattest. Tu das am besten so detailliert wie möglich. So setzt Du ein Gefühl in Gang, das Dir Mut geben wird. Jedes Mal, wenn Du einen neuen Erfolg erlebst, erlebe ihn bewusst, schreib ihn auf, sammle sie in einem Buch. Erinnere Dich vor großen Entscheidungen ganz bewusst an Deine Erfolge. So hat auch Viktor Frankl sich nach der schrecklichen Zeit im KZ entschieden, sich nur an die Momente zu erinnern, die einen Sinn für ihn und seine Arbeit hatten. Und so konnte er ohne Traumata und Rachegedanken ein erfülltes Leben führen. Er wurde 92 Jahre alt. 

Dein mentaler Muskel der Intuition

Wahrscheinlich ist die Intuition eines der am meisten missverstandenen Werkzeuge des klaren Denkens überhaupt. Intuition ist die Fähigkeit, etwas zu wissen, was Du eigentlich gar nicht wissen kannst. Intuition versetzt uns in die Lage, Schwingungen aufzunehmen. Dadurch kannst Du z.B. wissen, wie es anderen Menschen geht. Auch wenn sie Dir sagen, es gehe ihnen gut, kannst Du durch Deine Intuition spüren, wenn das nicht so ist. Viele Menschen misstrauen aber ihrer Intuition. Der Grund dafür ist, dass wir als Kinder eine ausgezeichnete Intuition hatten, aber wir sind darauf konditioniert worden, dieser Intuition zu misstrauen. Ein Beispiel: Das Kind kommt nach Hause und die Eltern haben sich gerade fürchterlich gestritten. Das Kind fragt die Mama, was denn los wäre. Die Mutter, die in dem festen Glauben ist, man müsse sein Kind vor so etwas bewahren, antwortet: “Lieber Schatz, es ist alles in Ordnung.” Durch das wiederholte Erleben solcher Situationen lernen wir unserer Intuition zu misstrauen und entfernen uns nach und nach von ihr. Oft ist es aber auch so, dass wenn wir Angst vor etwas haben, wir diese Angst mit der Stimmer unserer Intuition verwechseln. Die Stimme der Angst ist sehr laut. Die Stimme der Intuition ist sehr leise. Die Intuition flüstert: “Hey, mach das! Das ist Dein nächster Wachstumsschritt!” Wir müssen unser Vertrauen in unsere Intuition trainieren. Dann werden auch die Situationen weniger, bei denen wir hinterher sagen: “Eigentlich hab ich gewusst, dass ich dieses oder jenes lassen soll. Eigentlich habe ich gewusst, dass diese Situation günstig für mich ist. Warum habe ich sie nicht genutzt?” Wir alle haben eine sehr laute Stimme in uns: die Stimme der Angst. Das sie eine innerliche Stimme ist verwechseln wir sie leicht mit unserer Intuition. Ich hatte früher eine starke Flugangst entwickelt, die mir sagte, sobald ich in ein Flugzeug steigen würde, würde ich sterben. Auch wenn ich wusste, dass das die Stimme der Angst war, dass es nicht meine Intuition war und ich die große Motivation hatte, wieder in ein Flugzeug in die USA zu steigen, um Bob Proctors persönlicher Schüler zu werden, musste ich das Fliegen einige Male wiederholen, bis die Angst endlich weniger wurde. 

Schau einmal in Deinem eigenen Leben, wo verhindert die Stimme der Angst, dass Du Schritte in Dein persönliches Wachstum machst? Wo würde es Dich Meilen weiterbringen, wenn Du auf die Stimme der Intuition, statt auf die Stimme der Angst hören würdest? Fange wirklich an, diese sechs mentalen Muskeln zu trainieren und zu stärken, denn das wird alles in Deinem Leben zum Besseren verändern!

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